"Specht"

Münchenreuther Specht
Die "Specht" oder "Spuchtel" zieht durchs Dorf

Münchenreuth.
In Münchenreuth wird als eine der wenigen Ortschaften in Bayern, noch ein alter Brauch gepflegt: Die "Specht" oder "Spuchtel" zieht durch das Dorf.
Um ca. 13:00 am Heiligen Abend erscheinen auf dem Dorfplatz jedes Jahr 7-10 Gestalten, gekleidet in Stroh und ausgerüstet mit Peitschen, Sicheln und Sensen.
Der Heilige Abend, der 24. Dezember, ist die längste Nacht des Jahres. Früher wurde mit Dunkelheit etwas Schlechtes verbunden. Deswegen sollen nach dem alten Brauch die bösen Geister aus dem Dorf vertrieben werden. Das Jahr über hausen die, vor allem für Kinder, furchteinflösenden Gestalten im Wald. Kurz "bevor das Christkind kommt" ziehen sie dann durch die Höfe und Anwesen im Dorf.
Mit ihrem Ruf "Wetza, Wetza, Bauchaufschneid'd" soll vor allem Kindern Respekt eingeflößt werden. So soll überprüft werden, ob sie brav aufgegessen haben und artig gewesen sind.
Denn an diesem Tag, so will es die alte Legende, werden die Essensreste des Mittagessens zur Specht getragen. Dieses Datum galt früher als Fastentag, und so werden oft Überreste wie Kartoffelschalen, Obstkerne oder Fischgräten den "Spuchteln" übergeben. Ab und an gibt es auch mal einen Schnaps zur Besänftigung der Gestalten.
Weiterhin werden gerne Obstkerne unter Obstbäume gelegt, damit diese auch im folgenden Jahr wieder viele Früchte tragen werden.

Vom Schlüsselclub wird wie jedes Jahr ein kleiner Verkaufsstand organisiert an dem es Tee, Glühwein, heissen Honigmet oder Bier zu erwerben gibt. Der Erlös kommt dem Erhalt des Brauches im Dorf zu Gute.

Natürlich sind auch schaulustige Auswertige und Fremde sehr willkommen!

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Schlüsselclub Münchenreuth